Das kostet Euch Eure Rendite – 5 Verhaltensweisen, die zu schlechten Finanzentscheidungen führen!

Das menschliche Gehirn ist schon etwas Faszinierendes, oder? Einerseits sind wir (oder zumindest manche von uns) in der Lage, komplexe mathematische Aufgaben zu lösen, andererseits gibt es aber tief verankerte Verhaltensmuster, die uns teilweise davon abhalten können, clevere Finanzentscheidungen zu treffen. Klingt komisch, ist es auch. Genau das wird derzeit von Forschenden aus dem Bereich der Verhaltensökonomie untersucht. In diesem Beitrag beschäftigen wir uns deshalb mit verhaltensbedingten Verzerrungen bei Finanzentscheidungen. Was genau das bedeutet, klären wir gleich. Wenn Ihr also herausfinden wollt, welche unbewussten Barrieren Euch davon abhalten, das Beste aus Euren Finanzen herauszuholen, dann solltet Ihr jetzt auf jeden Fall dranbleiben! 

Der Entscheidungsprozess 

Vermutlich standen wir alle schon mal vor einer schwierigen Entscheidung… Aus Erfahrung lässt sich sagen: Das ist oft kein einfacher Prozess, bei dem man rational alle Faktoren abwägt. Entscheidungen sind komplex. Deshalb hat sich das Gebiet der Verhaltensökonomie entwickelt, bei dem sich Forscher die Entscheidungen von Anlegern mal genauer angeschaut haben, um herauszufinden, wie sie ticken. Dabei kam heraus, dass unser Gehirn einige Informationen ein bisschen verzerrt, um Abkürzungen zu nehmen und Entscheidungen zu versimpeln. Leider kommt dabei aber dann nicht immer das rationalste und beste Ergebnis bei raus. Deshalb wollen wir Euch jetzt über einige dieser Verzerrungen aufklären, damit Ihr sie in Zukunft vermeiden könnt.  

Wer den Pfennig nicht ehrt… 

Das erste Phänomen nennt sich mentale Buchhaltung. Es beschreibt, wie wir unser Geld gedanklich verschiedenen Konten und Verwendungszwecken zuweisen. Klingt ja zunächst eigentlich sinnvoll, oder? Das kann sich aber schnell negativ auswirken. Denn die meisten Menschen legen dabei Wert auf die falschen Dinge. Zum Beispiel gehen wir mit Geld auf unserem gedanklichen Freizeitkonto großzügiger um, als mit dem Geld auf dem Haushaltskonto. Und wenn wir unerwarteterweise zu Geld kommen, beispielsweise durch einen Bonus in der Arbeit oder durch einen Lottogewinn, dann geben wir das lieber einfach aus, anstatt es zu investieren. Um das zu umgehen, hilft es, einen tatsächlichen Budgetplan aufzustellen und dort beispielsweise auch festzulegen, wie das Einkommen verteilt werden soll und was mit unerwarteten Gewinnen passieren wird.  

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt 

Das nächste Problem heißt Verlustaversion und das kennen wir bestimmt alle, ob es uns bewusst ist oder nicht. Und zwar beschreibt es die Neigung, eher einen potenziellen Verlust um jeden Preis zu vermeiden, selbst wenn es sich vermutlich lohnen würde. Ein Verlust wiegt nämlich gefühlt schwerer als ein gleichwertiger Gewinn. Das ist genau der Grund, warum so viele Menschen ihr Geld eher auf dem Sparkonto liegen haben, als es zu investieren. Um die Verlustaversion zu überwinden gilt: Traut Euch! Entwickelt eine Anlagestrategie, geht ein geringes Risiko ein und profitiert. Dabei kann Euch auch ein guter Berater helfen. 

Hochmut kommt vor dem Fall

Ein komplett gegenteiliges Problem zur Verlustaversion ist die Selbstüberschätzung. Was damit gemeint ist, ist vermutlich jedem klar. In Bezug auf Geldanlagen ist damit hauptsächlich die Fehleinschätzung von Risiken gemeint. Übermäßiges Vertrauen kann dazu führen, ein zu hohes Risiko einzugehen. Das kommt vor allem bei aktiven Anlegern vor. Deswegen raten wir auch jedem nur zum passiven Investieren. Wer versucht, die Märkte richtig zu timen, sich aber nicht genug auskennt, wird sich früher oder später überschätzen.  

Der Ton macht die Musik 

Das vierte Hindernis auf dem Weg zur Rendite ist der Ankereffekt. Dabei geht es darum, dass wir unsere Entscheidungen teilweise von Informationen aus der Umgebung beeinflussen lassen. Ein Beispiel hilft, das besser zu erklären. Wenn Ihr fünf Berater nach der Höhe ihrer Provision fragt und diese alle zehn Prozent verlangen und der sechste Berater sagt dann, er verlange nur fünf Prozent, dann erscheint das plötzlich, als wäre es sehr wenig – weil die zehn Prozent den Anker bilden. Eigentlich sollten Berater aber nur ein bis drei Prozent verlangen. Die Lösung hierfür ist ganz einfach: Man sollte sich immer genau informieren und dabei objektiv und unvoreingenommen beurteilen. 

Viele Köche verderben den Brei

Zu guter Letzt widmen wir uns noch dem Herdenverhalten. Das ist ein klassischeres Phänomen, das in alle Bereiche des Lebens eindringt: Der Mensch ist ein Herdentier und orientiert sich am Verhalten anderer. Im Anlagekontext bedeutet das, dass wenn alle grade auf einen besonders großen Trend aufspringen, lass es zum Beispiel Bitcoin sein, dann ist man selbst ebenfalls verleitet, auf den Zug aufzuspringen, um dazuzugehören – auch wenn es nicht so clever scheint. Hier lautet die Devise: Bitte rational und überlegt handeln. Aktionen auf Fakten basieren, nicht auf Gruppenzwang. Wie Mütter überall auf der Welt schon immer zu sagen pflegten: Nur weil Deine Freunde von einer Brücke springen, machst Du das auch? Nein.  

 

Viele dieser Faktoren, die unsere Entscheidungen beeinflusst können, lassen sich leicht umgehen. Allerdings ist es wichtig, sie zu kennen, um nicht unbewusst in genau so ein Muster zu tappen. Wer bewusst darauf achtet, was genau die eigenen Entscheidungen lenkt, wird auf dem Weg zur Rendite, einen deutlich sichereren Pfad laufen.  

 

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