Sind Immobilieninvestoren unsozial?

Person in Hemd und Blazer, die in blau

Heute geht es um ein heiß diskutiertes Thema: Wohnraum. Die Bezahlbarkeit von dauerhaften oder gemieteten Unterkünften in Deutschland ist für viele ein existenziell wichtiges Thema, weshalb Gespräche dazu schnell emotional werden können. Besonders die extremen Preisunterschiede je nach Region verstärken das natürlich noch. Während man in den günstigen Regionen nur etwa 5-6 Euro Miete pro Quadratmeter zahlt, sind es in den hochpreisigen Teilen Deutschlands 13 – 15 Euro. In der teuersten Stadt der Bundesrepublik – München – kostet der Quadratmeter im Durchschnitt mittlerweile sogar 18 Euro. Die Preise sind in den letzten Jahren stark angezogen – 2018 lag der Preis noch bei etwa 10,50 Euro. Bei derartigen Preisanstiegen scheint die Investition in Immobilien nur logisch. Allerdings hört man viele kritische Stimmen, die sagen: „Mit Wohnraum spekuliert man nicht!“. Aber sind Immobilieninvestoren wirklich unsozial? Genau mit dieser Frage beschäftigen wir uns in diesem Beitrag. Wer erfahren möchte, ob Investoren nicht eventuell doch dabei helfen können, die Situation für alle zu verbessern, sollte unbedingt weiterlesen!

 

Wohnraummangel trotz Bau-Boom

Seit 2011 steigt die Anzahl der fertiggestellten Wohnungen jährlich weiter an. Und während der Corona-Pandemie wurde sogar so viel gebaut wie schon seit 20 Jahren nicht mehr. Die Zahl fertig gestellter Neubauwohnungen stieg um 5 Prozent auf 268.774. 153.377 davon entfielen auf Mehrfamilienhäuser. Bei Einfamilienhäusern gab es einen Zuwachs von 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr auf insgesamt 87.275. Bei Zweifamilienhäusern waren es sogar 6,0 Prozent mit insgesamt 20.472.

Trotzdem stehen zwei Dinge fest. Erstens: Der Wohnraum muss bezahlbarer werden. Und zweitens: Trotz der so stark gestiegenen Fertigstellung von neuem Wohnraum herrscht Wohnraummangel. 2020 wurden insgesamt zwar 306.376 Wohnungen in Deutschland fertiggestellt – und damit etwa 4,6 Prozent mehr als 2019, allerdings reicht das noch nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Hierfür müssten nach Einschätzung von Politik und Bauwirtschaft jährlich 350.000 bis 400.000 Wohnungen fertig werden.

 

Gemeinsam an einem Strang

Investoren sorgen entgegen dem Glauben mancher jedoch nicht dafür, dass weniger Wohnraum zur Verfügung steht und die Preise noch weiter in die Höhe schießen, sondern können tatsächlich genau das Gegenteil bewirken. Anstatt die Kluft zwischen Vermietern, Mietern und Politik zu erhöhen, sollte man gemeinsam an einem Strang ziehen, um das Problem des bezahlbaren Wohnungsbaus zu lösen. Man könnte sogar sagen, je mehr Immobilieninvestoren es gibt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Mieten gesenkt werden. Denn je mehr Investoren, desto mehr Abnehmer für Bauvorhaben und damit desto mehr Wohnungen. So könnte der Druck auf dem Wohnungsmarkt insgesamt gesenkt werden, was wiederum die Mieten senkt. Investitionen zu fördern, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, wäre demnach ein Schritt, der nicht nur den Investoren viel bringt, sondern im Endeffekt auch den Mietern. Die Anreize zu bauen, müssten zukünftig also wieder erhöht werden. Wie könnte das passieren?

Ein erster Schritt zur Unterstützung des privaten Immobilienerwerbs war das Baukindergeld. Es sollte Familien und Alleinerziehenden mit mindestens einem Kind zwischen Anfang 2018 und Ende 2020 dabei helfen, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 75.000 Euro – plus 15.000 Euro für jedes Kind. 330.000 Familien haben das Angebot in diesen Jahren genutzt.  Bundesweit wurden insgesamt rund sieben Milliarden Euro Baukindergeld ausgeschüttet. Die anfängliche Kritik, hier würden nur Menschen gefördert werden, die es sich auch ohne Förderung leisten könnten, stellte sich als unberechtigt heraus. Denn die meisten Antragsteller hatten ein oder zwei Kinder und ein zu versteuerndes Haushalts-Jahreseinkommen von weniger als 50.000 Euro pro Jahr. Damit liegt ihr Einkommen unter dem Bundesdurchschnitt.

An den aktuellen Kosten eines Immobilienbaus ändert das allerdings zunächst erst mal nichts. Derzeit kostet der Quadratmeter für ein Einfamilienhaus im Schnitt 1.804 Euro. Bei Doppelhäusern ist der Preis etwas niedriger. Durch weitere Maßnahmen, wie etwa eine Befreiung von der Grunderwerbsteuer für das erste Eigenheim oder die erste eigengenutzte Wohnung, könnten Bund und Länder die Anzahl der Investoren weiter nach oben treiben.

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