Jung und Vermieter

Mann mit weit aufgerissenen Augen und weit aufgerissenem Mund

Der Traum einer eigenen Immobilie entsteht meistens bereits in den ersten Jahren nach dem Ausziehen. Wenn Jugendliche zu Erwachsenen werden und merken, wie viel Geld Vermieter monatlich von einem erhalten, ist es klar, sich zu wünschen, selbst in dieser Position zu sein. Aber eine eigene Immobilie ist ja erst im späten Erwachsenenleben realistisch und vernünftig. Nur weil man eventuell ein bisschen Geld zusammengespart hat, sollte man ja während seinen Berufsanfängen nicht direkt eine Immobilie kaufen – oder? In diesem Beitrag beschäftigen wir uns mit der Idee, bereits in jungen Jahren Vermieter zu werden. Wer wissen will, worauf man bei so einem Vorhaben achten sollte und warum es sich sehr lohnen könnte, sollte jetzt unbedingt dranbleiben.

Der Wohungsklassiker

Der Kauf einer Immobilie ist eine große Entscheidung. Der Immobilienkauf, wenn man noch jung ist und grade erst ins richtige Berufsleben einsteigt, ist eine gigantische Entscheidung. Hier schwingt sehr viel lang andauernde Verantwortung und Verpflichtung mit, derer man sich bewusst sein sollte. Allerdings gehen damit auch viele Chancen einher.

Es sieht nämlich so aus: Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist überhitzt. Wer eine Immobilie in einer halbwegs guten Lage besitzt, dem ist nahezu garantiert, dafür Mieter zu finden. Deutschlands meistgesuchte Mietwohnung ist ungefähr 60 Quadratmeter groß und kostet etwa 500 Euro kalt. Wer diesen Wohnungsklassiker mit zwei Zimmern, Küche und Bad anbieten kann, kann sich vermutlich auf sehr viele Anfragen gefasst machen. Aber mal ganz langsam. So weit sind wir ja noch gar nicht. Erst mal muss man sich dazu entscheiden, diese Wohnung zu erwerben. Worauf muss man achten?

Ohne Eigenkapital keine Wahl

Also: Zunächst mal kommen wir zur Geldfrage. Es ist durchaus möglich, bereits in den ersten Jahren nach dem Berufseinstieg Kapital anzusparen. Für junge Menschen, die eine Immobilie kaufen wollen, ist es Pflicht, Eigenkapital mitzubringen. Denn je nach Berufssituation ist es dann auch für Berufseinsteiger nicht mehr ausgeschlossen, einen Immobilienkredit von der Bank zu erhalten. Sogar mit befristeten Arbeitsverträgen habt Ihr eine Chance, sofern eine Vertragsverlängerung zumindest in Aussicht steht.

Üblicherweise sollte man beim Immobilienkauf etwa zehn bis 20 Prozent des Kaufpreises als Eigenkapital aufbringen können. Wir bleiben jetzt mal bei unserem Wohnungsbeispiel von grade. Denn eine Wohnung dieser Größe ist aufgrund ihrer geringen Quadratmeteranzahl noch im finanzierbaren Rahmen für junge Menschen.

Kostenfrage? Kosten der Lage

Natürlich spielt bei der Kostenfrage auch die Lage eine entscheidende Rolle. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit, ohne auch nur die geringste Lücke dauerhaft zu vermieten, in den beliebten Großstädten am höchsten – die Preise aber auch. Junge Menschen, die vermieten wollen, sollten sich daher eher nach aufstrebenden Orten mit Entwicklungspotenzial umsehen, wo die Preise aktuell noch bezahlbar sind, aber in Zukunft vermutlich nach oben gehen. Kleinere Orte im Einzugsgebiet der beliebten Großstädte sind zum Beispiel oft eine gute Wahl. Als Ausgleich für die etwas dezentralere Lage sind die Quadratmeterpreise mit etwas Glück dafür dann eher bei 2.000 bis 4.000 Euro anstatt bei 6.000 bis 7.000 Euro. Ausgehend von unserem Wohnungsklassiker mit einer Fläche von etwa 60 Quadratmetern kommt man so auf einen Kaufpreis von rund 150.000 bis 250.000 Euro.

Vorsicht ist besser als Nachzahlen

Das ist natürlich für einen jungen Menschen absolut kein Schnäppchen. Deshalb gilt es hier im Voraus genau zu kalkulieren, was machbar ist und was nicht. Man sollte sich auf keinen Fall übernehmen und einen Vertrag eingehen, den man eigentlich nicht stemmen kann. Die Finanzierungsrate für das Darlehen sollte sich ungefähr mit der Kaltmiete decken lassen. Auch die Kosten für Instandhaltung und Hausverwaltung sollte man berücksichtigen. Und wenn mal keine Mieter in der Wohnung sind, sollte man in der Lage sein, die Rate für den Kredit selber zahlen zu können. Drum ist es wichtig, für den Ernstfall immer einen Notgroschen zu haben.

Unvorhergesehene Kosten sollte man natürlich trotz Geldreserven möglichst vermeiden. Deshalb ist es wichtig, sich bei der Objektsuche wirklich nicht hetzen zu lassen, sondern sich alle Zeit zu nehmen, die nötig ist. Bei Bestandsgebäuden noch mehr als bei Neubauten gilt es den Zustand der Immobilie genau zu prüfen. Auch wenn grade erst saniert wurde. Nein, wir würden sogar sagen: besonders dann. Nur weil alles jetzt grade tipptopp aussieht, heißt das nicht, dass es in ein paar Jahren noch so sein muss. Deshalb nicht knausrig sein und gerne noch eine Fachperson engagieren, die nach Mängeln sucht und das Risiko analysiert. Vorsicht ist hier definitiv besser, als Reparaturkosten zu zahlen. Die sogenannten Risiken, die mit dem Vermieter-Dasein einhergehen, lassen sich so auf ein Minimum reduzieren.

Die Sache ist, dass viele junge Menschen die finanziellen Möglichkeiten und die Zeit hätten, sich bereits in ihren jungen Jahren um ein Immobilieninvestment zu kümmern. Viele lassen sich aber davon abhalten, weil sie denken, dass es noch viel zu früh ist. Doch es ist nie zu früh, um vom Sparer zum Investor zu werden – vom Mieter zum Vermieter. Lasst Euch da nichts anderes einreden. Und wenn Ihr Euch noch unsicher seid, dann beraten wir Euch gerne.

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