Mit E-Ladestationen die Immobilie attraktiver machen?

Elektroauto angeschlossen an einer E-Ladestation

Die Corona-Pandemie hatte wirklich auf jeden wirtschaftlichen Sektor irgendeine Form von Einfluss. Besonders spannend ist jedoch, was sich im Bereich Automobilität abspielt: Wer auf der Website des ADAC die PKW-Neuzulassungen seit August 2019 genau studiert, wird einen eindeutigen Trend feststellen: Neuzulassungen von PKW und Diesel sind rückläufig, Elektro- und Hybrid-Modelle nehmen Fahrt auf. Während Plug-in-Hybride bei den Neuzulassungen gegenüber August 2020 um 43,3 Prozent zulegten, waren es beim Elektro-Pkw sogar 79,5 Prozent. In der heutigen Podcast-Folge schauen wir uns die Entwicklung der E-Autos im Zusammenhang mit Immobilien an, denn elektronische Autos sind in den nächsten 10 Jahren nicht mehr wegzudenken. Kann man die Immobilie also mit einer E-Ladestation attraktiver machen? Wer die Antwort erfahren will, sollte unbedingt dranbleiben!

 

Erhöht eine Ladestation den Wert meiner Immobilie?

Hier möchte ich gern die Seite mobilityhouse.com zitieren:

„Das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz ist in Zukunft Grundvoraussetzung für die Mobilität vieler Menschen. Grundvoraussetzung also auch für moderne Immobilien? Nicht nur für umweltbewusste Käufer und Mieter lautet die Antwort: ja. Um Folgekosten zu vermeiden, sollten Ladestationen daher bereits früh in der Gebäudeplanung berücksichtigt werden. Eine hochwertige Ladeinfrastruktur, die nahtlos in die Gebäudeinstallation integriert ist, bietet großes Potential für eine bessere Vermarktung der Immobilie. Generell bieten Ladestationen längst nicht nur Pluspunkte in Sachen Repräsentation, sondern stellen ein interessantes Investment für die Wertsteigerung eines Gebäudes dar. Auch die Nachhaltigkeitsbewertung der Immobilie kann davon profitieren. Neben monetären Aspekten kann sich ein früher Umstieg auf Ladestationen auch aus regulatorischer Sicht lohnen. Für die Immobilienwirtschaft wird die Ladeinfrastruktur in Gebäuden zukünftig Pflichtvoraussetzung. Wieso also nicht schon heute umsteigen?“

Aber wird das Auto daheim aufgeladen? Die Antwort heißt: Wallbox. Bei einer Wallbox handelt es sich um ein kompaktes Ladegerät, das an der Wand befestigt und zum Aufladen Deines Elektroautos genutzt wird. Die auch als „intelligente Wandladestation“ bezeichnete Wallbox ist das private Pendant zu öffentlichen Ladestationen und fungiert als Schnittstelle zwischen Stromanschluss und Elektroauto. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Haushaltssteckdose ist die Wallbox für das Aufladen eines Elektroautos konzipiert und sorgt für eine sichere Kommunikation zwischen Hausanschluss, Ladekabel und Ladeelektronik Deines Elektroautos. Die Wallbox kann sowohl in einem geschlossenen Raum, wie einer Garage, oder im Außenbereich, zum Beispiel in einem Carport, zum Einsatz kommen.

 

Förderung für Selbstlader

Wer sich eine Wallbox einbauen lässt, kann dabei sogar unterstützt werden:

Mit dem Programm „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude [Zuschuss 440]“ werden Ladestationen bzw. Wallboxen gefördert, die zu einem Wohngebäude gehören und ausschließlich privat genutzt werden – also beispielsweise eine Wallbox in der Garage oder an einem gesicherten Stellplatz. Bezuschusst wird sowohl der Kauf der Wallbox als auch der Einbau und der Anschluss durch einen Fachmann. Ihr erhaltet für jeden Ladepunkt pauschal 900 Euro, sofern die Gesamtkosten mindestens dieser Summe entsprechen oder sie übersteigen. Installiert Ihr mehrere Ladepunkte, die jeweils mehr als 900 Euro kosten, könnt Ihr ebenfalls mit dem maximalen Förderbetrag rechnen. Bleibt der Gesamtpreis unter 900 Euro pro Ladepunkt, wird die Förderung für die Wallbox anteilig berechnet. Das bedeutet beispielsweise, dass Ihr für zwei Ladepunkte, deren Anschaffung und Installation, die zusammen weniger als 1.800 Euro kosten, auch nur 900 Euro Förderung erhaltet – bei über 1.800 Euro Gesamtkosten würde sich die Förderung hingegen auf 1.800 Euro belaufen. Bei drei Ladepunkten mit einem Gesamtpreis von weniger als 2.700 Euro gibt es eine Fördersumme von 1.800 Euro usw.

Kurzer Exkurs: Der Bund hat die erste bundesweite Förderung von Ladestationen zum 24.11.2020 beschlossen. Seit diesem Datum könnt Ihr das Antragsformular online bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) herunterladen und dort auch einreichen. Um der hohen Nachfrage gerecht werden zu können, hat der Bund den Fördertopf bereits im Februar 2021 um weitere 100 Millionen aufgestockt. Dennoch gab es Anfang Juli einen kurzen Förderstopp, da alle Mittel erschöpft waren. Nun stellt der Bund weitere 300 Mio. Euro zur Verfügung.

 

Genau auf die Zahlen achten

Damit Ihr die höchstmögliche Fördersumme erhaltet, müsst Ihr bereits im Antrag angeben, wie viele Ladepunkte Ihr zu welchem Preis kaufen möchtet. Neben den reinen Kosten für die Wallbox (in aller Regel zwischen 500 und 900 Euro für Wallboxen mit 11 kW Ladeleistung) solltet Ihr auch die Installationskosten mit dem Elektriker klären.

Die förderfähigen Wallboxen mit einer Ladeleistung von bis zu 11 kW sind bei Eurem Netzbetreiber melde-, aber nicht genehmigungspflichtig. In aller Regel übernimmt der ausführende Installateur die Meldung der Wallbox für Euch, bevor er das Gerät installiert.

Für Montage- und Anschlusskosten müsst Ihr durchschnittlich zwischen 800 und 1.500 Euro einplanen. Wie hoch die Kosten tatsächlich ausfallen, hängt vor allem von den technischen Voraussetzungen und den räumlichen Gegebenheiten Eures Eigenheims ab.

Es gibt allerdings noch einige Auflagen und Voraussetzungen, die man beachten sollte:

  • Die Förderung einer Wallbox ist an die private Nutzung in nicht-öffentlichen Bereichen gebunden.
  • Die Ladestation muss eine Normalladeleistung von 11 kW aufweisen.
  • Die Wallbox muss intelligent steuerbar sein. Das bedeutet beispielsweise, dass die Station mit anderen Komponenten im Stromnetz kommunizieren und die Ladeleistung begrenzen kann.
  • Die Wallbox wird ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen betrieben, beispielsweise aus einer Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlage oder über deine Energieversorgung.

 

Das Wichtigste in Kürze

Wer kann die Zuschüsse für eine Wallbox beantragen?

Den Antrag auf die Förderung einer Wallbox können private Wohnungs- bzw. Hauseigentümer, Wohnungseigentümergemeinschaften, Mieter und Vermieter stellen. Als Mieter benötigt Ihr die Zustimmung Eures Vermieters und ggf. auch der Eigentümer-Gemeinschaft, um eine Ladestation installieren zu dürfen. Liegt diese vor, könnt Ihr eine Wallbox auf eigene Kosten anschaffen und dafür die Förderung beantragen. Zu den Vermietern zählen sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen und Wohnungsgenossenschaften.
Bei Wohnungseigentümergemeinschaften gilt seit der Reform des Gesetzes im Dezember 2020: „Bei zugewiesenen Parkplätzen darf der Wunsch der Eigentümerin und des Mieters nach einer Wallbox von der Eigentümergemeinschaft nicht mehr abgelehnt werden.” Damit wurde klargemacht, dass ein Anspruch auf eine selbst finanzierte Wallbox besteht.

Wo kann der Zuschuss beantragt werden?

Hier, auf der Website des KFW. Dort findet Ihr auch noch einmal alle Informationen in Kurzfassung und auf einen Blick.

 

Der Weg zur Wallbox

Als Vorgehen für die Installation von Wallboxen sehen wir das Folgende:

Ist die Idee für Euch lohnenswert? Dann kommt als Nächstes:

  • Das Prüfen der möglichen Standorte: Bei welchen Immobilien macht es Sinn?
  • Bei der jeweiligen Eigentümergemeinschaft anfragen, ob generelles Interesse besteht oder nicht.
  • Eventuell ist ja auch eine Umfrage unter den Mietern sinnvoll?
  • Eine Anfrage bei einem Elektriker für einen Kostenvoranschlag für die Montage und Installation. Das geschieht dann durch den jeweiligen Eigentümer oder -gesellschaft bzw. deren Stellvertreter.
  • Als Nächstes recherchiert Ihr nach einer geeigneten Wallbox.
  • Dann heißt es abwarten auf den Entscheid der jeweiligen Eigentümer bzw. -gemeinschaft über die Kosten und die Umsetzung.
  • Als Letztes fehlt nur noch die Antragstellung bei der KfW durch die jeweiligen Eigentümer oder die Eigentümergesellschaft.

Ist das Ganze für Vermieter wirklich so einfach?

Bei jedem großen Strom- und Energieanbieter findet Ihr auf der Website, speziell für Vermieter einen Link mit Kontakt zur Beratung etc. (z.B. E-ON, Vattenfall, EnBW, …)

Aber gibt es Kontras? Zwei kleine Haken sehen wir:

Der Bezug von grünem Strom – dies ist natürlich im Verbrauch etwas teurer.

An mehreren Punkten wird explizit darauf hingewiesen, dass nur für private Bereiche die Wallbox subventioniert wird: Privat zugänglich heißt: Eure Ladestation steht auf einem privaten Grundstück, das nur von einem begrenzten Personenkreis benutzt wird – zum Beispiel von Eurer Familie oder von den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses. Öffentlich zugänglich ist dagegen eine Ladestation, wenn sie auf einem Kundenparkplatz steht oder frei zugänglich am Parkstreifen einer Straße steht. Und zum 2. Haken gäbe es auch eine einfache Lösung:

Abschließbare Kästen, in denen sich die Wallboxen befinden.

Bei so leicht überwindbaren Kontrapunkten und einer derart motivierenden Förderung, sollte wirklich jeder Interessierte nicht mehr lange warten und direkt nach der passenden Wallbox suchen.

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