Der DAX und die zukünftigen Top 40

Der Deutsche Aktienindex beinhaltete lange Zeit die Aktien der 30 Deutschen Unternehmen, die den höchsten Wert an der Börse besitzen und deren Aktien am stärksten nachgefragt wurden. 75 Prozent des Aktienhandels in Deutschland findet mit Papieren von Firmen statt, die im DAX notiert sind. Nun werden beim DAX aber einige kleine Änderungen vorgenommen. Im heutigen Beitrag beschäftigen wir uns daher mal intensiv mit dem DAX. Wer erfahren will, was sich verändert und worin die Gründe dafür liegen, sollte unbedingt weiterlesen!

 

Wirecard und der Bilanz-Skandal

Bevor wir uns mit dem DAX beschäftigen, müssen wir noch mal auf Wirecard zurückblicken: Das 1999 gegründete Unternehmen feierte in den frühen 2000ern seine ersten Erfolge und schaffte es 2018 dann sogar in den Deutschen Aktienindex. Nachdem sich Mitte 2020 allerdings herausstellte, dass eine knackige Summe von 1,9 Milliarden Euro, die eigentlich auf Treuhandkonten liegen müsste, einfach fehlt und dieser gigantische Betrug publik geworden ist, kam die unausweichliche Folge: Innerhalb der ersten sieben Tage hat die Wirecard-Aktie über 90 Prozent ihres Wertes verloren. Nach einer Woche war sie noch vier Euro wert. Aktuell sind es etwa 25 Cent.

Aber was genau hat das mit dem DAX zu tun? Man sollte meinen, dass ein Bilanz-Skandal in Milliardenhöhe dafür sorgt, dass ein Unternehmen sofort aus den Top 30 rausfliegt. Allerdings sorgten die damaligen Regulierungen dafür, dass sich Wirecard auch nach dem großen Crash noch für mehrere Monate im DAX halten konnte. Eine Tatsache, die für viel Kritik sorgte.
Doch damit nicht genug: Ein weiterer Kritikpunkt war, dass als Nachfolger für Wirecard der Essenslieferant Delivery Hero in den Dax aufrückte. Ein Unternehmen, das seit seiner Gründung vor 10 Jahren noch keinen Profit erwirtschaften konnte. Es wurden also einige Mängel am DAX bewusst, weshalb das System geändert werden musste.

 

Der DAX erhält Zuwachs

Schauen wir uns also mal genauer an, was sich verändert hat:

Zunächst mal wurden die Maßstäbe für die DAX-Mitglieder verschärft: Anstatt nur einmal jährlich wird die Zusammensetzung des Deutschen Aktienindex nun zweimal geprüft. Nur Unternehmen, die in den vorangegangen 2 Geschäftsjahren auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen profitabel waren, können in die DAX-Familie aufgenommen werden. Wer seine Jahresabschlüsse und Quartalsberichte nicht fristgerecht abgibt oder als Pleitekandidat gilt, fliegt gnadenlos raus.

Es wurden allerdings nicht nur Regeln verschärft:

Der DAX wurde auch erweitert und nahm 10 neue Mitglieder auf. Aus 30 wurden also 40. Denn bisher wurde der Deutsche Aktienindex überwiegend von den vier Branchen Chemie, Autoindustrie, Energie und Finanzdienstleistungen dominiert. Durch die Erweiterung soll der DAX nun zu einer realistischeren Repräsentation der deutschen Wirtschaft werden. Aber wer wurde denn neu aufgenommen? Neu mit dabei sind:

Der deutsch-französische Flugzeughersteller Airbus. Nach einer schweren Zeit während der Pandemie konnte das Unternehmen seinen Umsatz in den ersten 6 Monaten dieses Jahres um 30 Prozent steigern. Mit diesem Zuwachs erhält der DAX ein weiteres Schwergewicht auf dem Niveau des Versicherungsriesen Allianz oder des Autoherstellers Daimler.

Außerdem neu mit dabei sind: der Chemikalienhändler Brenntag, der Kochboxenlieferant Hellofresh, die Holdinggesellschaft Porsche SE, der Sportartikelhersteller Puma, das Biotechnologie- und Diagnostikunternehmen Qiagen, der Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers, der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise und der Online-Modehändler Zalando. Auf jeden Fall eine Liste mit sehr unterschiedlichen Firmen. Mit Hellofresh oder Zalando sind sogar aufstrebende Internetfirmen vertreten, die erst seit vergleichbar kurzer Zeit an der Börse zu finden sind.

Folgen für Anleger?

Nun kann man ja nicht direkt in den DAX investieren. Daher stellt sich die Frage, welche Konsequenz diese Änderung für den Anleger mit sich bringt. Es ist natürlich immer möglich, sich mit seinem Portfolio am DAX zu orientieren. Mit einem derart breit aufgestellten und diversifizierten Portfolio kann man als Anleger die Erfolge des Aktienindex nachbilden oder sogar übertreffen. Nur weil Airbus in den DAX aufgenommen wurde, ist das allerdings noch kein Aufruf viele Airbus Einzelaktien zu kaufen. Wir vertreten noch immer die Meinung, dass passives Investieren die beste Strategie ist. Wer langfristig in den Markt investiert, kann sich entspannt zurücklehnen und wird auf jeden Fall die Marktrendite erreichen. Ein passiver Investor spart sich Zeit, Stress und Kosten.

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