Finfluencer -  kostenlose Finanzberatung auf Instagram & Co.?

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Finfluencer -  kostenlose Finanzberatung auf Instagram & Co.?

Seid Ihr viel auf Social Media unterwegs? Dann habt Ihr wahrscheinlich schon Videos von vermeintlichen Finanzexperten gesehen, die Euch mit einfachen Tricks zu Reichtum und finanzieller Freiheit führen wollen. Aktien, Immobilien, Krypto – alles wirkt plötzlich leicht verständlich und schnell umsetzbar.

Wie viel steckt wirklich hinter diesen Tipps? Und wie seriös ist Finanzberatung auf Instagram, TikTok und Co. wirklich? Und warum schauen auch die Aufsichtsbehörden genauer hin?

Wenn Ihr wissen möchtet, wann Ihr aufmerksam werden solltet, dann lest jetzt unbedingt weiter.

Finanzen auf Social Media – warum das Thema boomt

Finanzen und Social Media wirken auf den ersten Blick wie eine ungewöhnliche Kombination. Trotzdem gehört das Thema mittlerweile zu den am schnellsten wachsenden Bereichen auf Plattformen wie Instagram, YouTube und TikTok.

Der Grund ist relativ einfach: Viele Menschen haben das Gefühl, in Schule oder Ausbildung nicht ausreichend auf Themen wie Geldanlage, Altersvorsorge oder Vermögensaufbau vorbereitet worden zu sein. Also holen sie sich ihr Wissen dort, wo sie ohnehin täglich unterwegs sind.

Das Problem dabei: Nicht jeder, der über Finanzen spricht, ist auch qualifiziert, darüber zu beraten.

Finfluencer – zwischen Aufklärung und Eigeninteresse

Der Begriff „Finfluencer“ beschreibt Influencer, die Inhalte rund um Finanzen teilen. Darunter gibt es durchaus seriöse Anbieter, die grundlegendes Wissen verständlich erklären und einen echten Mehrwert bieten.

Gleichzeitig gibt es aber auch viele Accounts, bei denen schnell klar wird, dass nicht die Aufklärung im Vordergrund steht, sondern das eigene Geschäftsmodell.

Typische Anzeichen dafür sind:

  • übertriebene Renditeversprechen
  • angeblich „exklusive Strategien“
  • teure Coaching-Programme ohne echte Transparenz
  • Verkaufsdruck über Social Media

Hier wird oft die emotionale Nähe zur Community genutzt, um Vertrauen aufzubauen und dieses Vertrauen anschließend zu monetarisieren.

Neue Regeln der BaFin – was sich für Finfluencer ändert

Ein entscheidender Punkt, der aktuell unterschätzt wird: Die Finanzaufsicht schaut mittlerweile sehr genau hin.

Die BaFin hat Anfang 2026 klargemacht, dass auch Finfluencer bestimmten Regeln unterliegen können. Das betrifft vor allem Inhalte, die über reine Information hinausgehen.

Sobald beispielsweise:

  • konkrete Anlageempfehlungen gegeben werden
  • Finanzprodukte beworben werden
  • Kooperationen mit Unternehmen bestehen

gelten strengere Anforderungen.

Das bedeutet unter anderem:

  • Werbung muss klar als solche gekennzeichnet sein
  • Interessenkonflikte müssen offengelegt werden
  • Irreführende Aussagen sind unzulässig
  • In bestimmten Fällen kann sogar eine Erlaubnis zur Finanzberatung erforderlich sein

Für Euch als Anleger ist das eine gute Entwicklung. Denn dadurch soll verhindert werden, dass falsche oder einseitige Informationen ungefiltert verbreitet werden.

Trotzdem gilt:
Nur weil jemand viele Follower hat oder professionell auftritt, heißt das noch lange nicht, dass die Inhalte auch qualitativ hochwertig sind.

 

Frau macht Yoga am Strand

Echte Beratung statt Social-Media-Tipps

Lasst uns gemeinsam schauen, wo Ihr aktuell steht und welche Schritte für Euch sinnvoll sind. Ganz ohne Verkaufsdruck und ohne leere Versprechen.

Finanz-Influencer oder Abzocker?

Natürlich gibt es auch positive Beispiele. Einige Finfluencer leisten wertvolle Aufklärungsarbeit und bringen wichtige Themen verständlich rüber.

Aber gerade im Bereich Coaching und „exklusive Programme“ wird es kritisch.

Ein typisches Muster:
Zunächst werden kostenlose Inhalte bereitgestellt, um Vertrauen aufzubauen. Anschließend wird ein kostenpflichtiges Programm angeboten, oft ohne klare Preisstruktur oder nachvollziehbaren Leistungsumfang.

In manchen Fällen müsst Ihr Euch sogar erst „bewerben“, bevor Ihr überhaupt erfahrt, was das Ganze kostet.

Das Problem dabei:
Diese Angebote sind häufig keine echte Finanzberatung im rechtlichen Sinne. Das bedeutet auch, dass keine Haftung besteht, wenn die Empfehlungen nicht funktionieren.

Warum echte Finanzberatung nicht auf TikTok stattfindet

Ein essenzieller Punkt wird häufig übersehen: Finanzentscheidungen sind immer individuell.

Eure persönliche Situation hängt von vielen Faktoren ab:

  • Einkommen
  • Vermögen
  • Ziele
  • Risikobereitschaft
  • familiäre Situation

All das kann ein 60-Sekunden-Video auf TikTok schlicht nicht berücksichtigen.

Social Media kann ein guter Einstieg sein, um sich mit Themen zu beschäftigen. Aber es ersetzt keine fundierte, individuelle Beratung.

Woran Ihr seriöse Inhalte erkennt

Wenn Ihr Inhalte auf Social Media konsumiert, achtet auf ein paar einfache Dinge.

Werden Euch Grundlagen erklärt oder konkrete Produkte verkauft? Wird transparent kommuniziert oder mit schnellen Erfolgen geworben? Gibt es nachvollziehbare Qualifikationen oder nur Reichweite?

Gerade jetzt, wo die BaFin stärker reguliert, wird sich zeigen, welche Anbieter langfristig bestehen und welche eher kurzfristig auf Trends aufspringen.

Social Media ist ein Einstieg – aber keine Strategie

Finfluencer sind ein spannendes Phänomen unserer Zeit. Sie können helfen, den Zugang zu Finanzthemen zu erleichtern und erste Impulse zu geben.

Aber sie ersetzen keine echte Beratung.

Gerade bei wichtigen Entscheidungen wie Vermögensaufbau, Altersvorsorge oder Immobilieninvestments braucht es eine Strategie, die zu Euch passt und keine pauschalen Tipps aus dem Internet.

 

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Echte Beratung statt Social-Media-Tipps

Lasst uns gemeinsam schauen, wo Ihr aktuell steht und welche Schritte für Euch sinnvoll sind. Ganz ohne Verkaufsdruck und ohne leere Versprechen.

Mehr Infos findest du in unserem Podcast

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