Die Rürup-Rente lohnt sich vor allem für Selbständige und Gutverdiener mit hoher Steuerlast, für die meisten anderen ist sie zu starr. Sie ist in erster Linie ein Steuerinstrument, kein Renditewunder: In der Ansparphase sparst du kräftig Steuern, dafür bindest du dich an enge Regeln ohne Kapitalauszahlung, ohne Kündigungsmöglichkeit und ohne Wechsel zu einem anderen Anbieter.
Dieser Artikel zeigt dir, wie die Basisrente funktioniert, wie hoch der Steuervorteil ausfällt, welche Nachteile du kennen musst und für wen sie sich am Ende wirklich rechnet.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Steuerinstrument, kein Renditewunder: Der Hauptvorteil der Rürup-Rente ist der hohe Steuerabzug in der Ansparphase, nicht die Rendite.
- Für wen sie passt: vor allem Selbständige, Freiberufler und Angestellte mit hohem Grenzsteuersatz, die keine andere geförderte Vorsorge nutzen können.
- Die harten Nachteile: keine Kapitalauszahlung, nur lebenslange Rente, nicht kündbar, nicht beleihbar, nicht auf einen anderen Anbieter übertragbar und nur eingeschränkt vererbbar.
- Der Haken im Alter: Die spätere Rente wird nachgelagert besteuert, bei Rentenbeginn 2026 zu 84 Prozent.
Unsere Empfehlung: Die Rürup-Rente lohnt sich nur in wenigen Fällen, vor allem für steuerstarke Selbständige, und dann ausschließlich als kostengünstiger Honorartarif. Für flexible Vermögensbildung ist ein breit gestreutes Depot meist der bessere Weg.
Was ist die Rürup-Rente?
Die Rürup-Rente, offiziell Basisrente genannt, ist eine staatlich geförderte Form der privaten Altersvorsorge, die im Alter ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente auszahlt. Benannt ist sie nach dem Ökonomen Bert Rürup, auf dessen Konzept sie zurückgeht. Sie wurde vor allem für Selbständige geschaffen, die keinen Zugang zur klassischen betrieblichen Vorsorge oder zur Riester-Förderung haben.
Anders als bei einem normalen Wertpapierdepot kommst du an das eingezahlte Kapital nicht frei heran. Die Rürup-Rente ist bewusst wie die gesetzliche Rente konstruiert: Du zahlst über Jahre ein und bekommst dafür ab Rentenbeginn eine garantierte lebenslange Zahlung, nicht mehr und nicht weniger. Genau diese Nähe zur gesetzlichen Rente ist Stärke und Schwäche zugleich.
Wie funktioniert die steuerliche Förderung?
Die Förderung der Rürup-Rente läuft nicht über Zulagen, sondern über den Steuerabzug: Die Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar und senken dein zu versteuerndes Einkommen. Seit 2023 sind die Beiträge bis zum jährlichen Höchstbetrag zu 100 Prozent abziehbar (§ 10 Abs. 3 EStG). Der absetzbare Höchstbetrag ist an die Beitragsbemessungsgrenze der knappschaftlichen Rentenversicherung gekoppelt und steigt jährlich. Für 2026 liegt er je nach Berechnungsgrundlage bei rund 29.000 bis 30.800 Euro für Alleinstehende und dem Doppelten für zusammenveranlagte Paare (Stand 2026). Bei Angestellten wird dieser Betrag um die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt, bei Selbständigen steht er in voller Höhe zur Verfügung.
Was das konkret bringt, zeigt ein einfaches Beispiel: Zahlst du 12.000 Euro im Jahr in eine Rürup-Rente ein und liegt dein Grenzsteuersatz bei 42 Prozent, sparst du rund 5.000 Euro Einkommensteuer, und zwar schon im nächsten Steuerbescheid. Genau dieser sofortige, hohe Steuereffekt ist der eigentliche Grund, warum die Basisrente für bestimmte Gruppen attraktiv ist.
Die nachgelagerte Besteuerung: der Haken im Alter
Der Steuervorteil in der Ansparphase ist kein Geschenk, sondern eine Steuerstundung: Was du heute sparst, holt sich der Staat später über die Besteuerung der Rente zurück. Dieses Prinzip heißt nachgelagerte Besteuerung (§ 22 EStG). Konkret bedeutet das: Wer 2026 in Rente geht, muss 84 Prozent seiner Rürup-Rente versteuern, nur 16 Prozent bleiben dauerhaft steuerfrei. Dieser steuerpflichtige Anteil steigt für jeden späteren Rentenjahrgang weiter, bis ab 2058 die volle Rente steuerpflichtig ist.
Ob sich die Rürup-Rente lohnt, hängt deshalb entscheidend davon ab, dass dein Steuersatz im Ruhestand niedriger ist als heute im Berufsleben. Für Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz ist das meist der Fall, für andere nicht zwangsläufig.
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Infrage kommt die Rürup-Rente überhaupt nur für wenige Gruppen, vor allem für Selbständige und Freiberufler sowie Angestellte mit hohem Einkommen und entsprechend hoher Steuerlast. Für sie ist die Basisrente oft die einzige Möglichkeit, überhaupt geförderte Altersvorsorge in größerem Umfang zu betreiben, und selbst dann lohnt sie sich nur als kostengünstiger Honorartarif. Drei Gruppen passen besonders gut:
- Selbständige und Freiberufler ohne Zugang zur betrieblichen Vorsorge, die den vollen Höchstbetrag ausschöpfen können.
- Gutverdiener mit hohem Grenzsteuersatz, bei denen der Sonderausgabenabzug den größten Effekt hat.
- Ältere Sparer mit kurzem Horizont, die in wenigen Jahren viel einzahlen und sofort Steuern sparen wollen.
Für diese Gruppen kann die Rürup-Rente ein wirksames Steuerinstrument sein, da der Steuervorteil real und sofort spürbar ist.
Für wen sich die Rürup-Rente nicht eignet
So stark der Steuervorteil ist, so hart sind die Einschränkungen, und die machen die Rürup-Rente für viele ungeeignet. Wer Flexibilität braucht oder sein Vermögen frei gestalten will, ist hier falsch. Die wichtigsten Nachteile, offen benannt:
- Keine Kapitalauszahlung: Du bekommst ausschließlich eine lebenslange monatliche Rente, niemals eine Einmalzahlung. Das angesparte Kapital ist für dich nicht frei verfügbar.
- Nicht kündbar und nicht beleihbar: Ein einmal abgeschlossener Rürup-Vertrag lässt sich nicht kündigen und nicht zu Geld machen, höchstens beitragsfrei stellen.
- Nur eingeschränkt vererbbar: Stirbst du früh, verfällt das Kapital grundsätzlich, es sei denn, du hast einen gesonderten Hinterbliebenenschutz vereinbart, der wiederum Rendite kostet.
- Nachgelagerte Besteuerung: Die spätere Rente ist zu einem hohen Anteil steuerpflichtig, was den Vorteil für manche wieder schmälert.
- Hohe und wiederkehrende Kosten: Dynamiken, Zuzahlungen oder gar Produktwechsel sind bei Provisionstarifen regelmäßig mit hohen, immer wiederkehrenden Kosten belegt. Der Vermittler verdient daran, der Kunde zahlt drauf. Genau deshalb kommt eine Rürup-Rente, wenn überhaupt, nur als kostengünstiger Honorartarif infrage.
- Keine Übertragbarkeit: Nur wenige Gesellschaften lassen eine Übertragung des angesparten Guthabens auf einen anderen Anbieter zu. Spielt deine Gesellschaft nicht mit, hast du keine Chance, in ein günstigeres Produkt zu wechseln oder eine neue Anlagestrategie zu nutzen, du bleibst gebunden, egal wie schlecht der Vertrag ist.
Für junge Sparer, für alle, die früh Kapital brauchen könnten, und für jeden, der sein Geld flexibel und vererbbar anlegen will, ist die Basisrente deshalb selten die beste Wahl.
Unsicher, ob die Rürup-Rente zu dir passt? Ob sich der hohe Steuervorteil für dich lohnt oder die starren Regeln überwiegen, hängt von deinem Einkommen, deiner Steuerlast und deinem Zeithorizont ab. Als unabhängige Honorarberater rechnen wir das für dich durch, ohne dir einen Vertrag verkaufen zu müssen. Vereinbare dein kostenloses Erstgespräch.
Rürup oder flexibler Vermögensaufbau?
Die Rürup-Rente verschiebt die Steuerlast vor allem in die Zukunft, statt sie zu beseitigen, denn was du in der Ansparphase sparst, holt sich der Staat über die Besteuerung der Rente zurück. Der flexible Vermögensaufbau über den Kapitalmarkt und Immobilien ist dagegen eine komplette Strategie. Die entscheidende Frage ist, was du erreichen willst: eine Steuerstundung in einkommensstarken Jahren, die im Alter wieder versteuert wird, oder ein frei verfügbares, vererbbares Vermögen.
Für den flexiblen Weg sind breit gestreute Indexfonds das Fundament: Du bleibst jederzeit handlungsfähig, kannst Kapital entnehmen, vererben und die Höhe deiner Sparrate frei anpassen. Dazu kommt die Immobilie als steueroptimierter Sachwert mit Fremdkapitalhebel. In der Praxis passt die Rürup-Rente nur selten wirklich zu den Kunden, oft wurden ihnen von ihren Vermittlern ganz andere Erwartungen versprochen, als das Produkt am Ende halten kann.
Es gibt den Einzelfall, in dem sie sinnvoll ist: Ein steuerstarker Selbständiger kann die Rürup-Rente für den Sonderausgabenabzug nutzen und parallel über ein Depot flexibles Vermögen aufbauen. Ob sich deine Rürup-Rente für dich lohnt, prüfen wir unabhängig und neutral. Wie der Kapitalmarktaufbau wissenschaftlich fundiert funktioniert, liest du in unserer Honorarberatung zu Investmentfonds.
FAQ zur Rürup-Rente
Für wen lohnt sich die Rürup-Rente?
Wie viel kann ich bei der Rürup-Rente von der Steuer absetzen?
Kann ich mir die Rürup-Rente auf einen Schlag auszahlen lassen?
Wird die Rürup-Rente im Alter besteuert?
Was passiert mit der Rürup-Rente im Todesfall?

Fazit: Starres Steuerinstrument, enges Korsett
Die Rürup-Rente ist kein schlechtes Produkt, aber ein spezialisiertes. Für steuerstarke Selbständige und Gutverdiener in einkommensstarken Jahren ist sie ein wirksamer Hebel, um die Steuerlast zu senken und zugleich fürs Alter vorzusorgen. Für alle, die Flexibilität, Kapitalverfügbarkeit oder Vererbbarkeit brauchen, ist das enge Korsett der Basisrente dagegen ein echter Nachteil. Schließe eine Rürup-Rente nicht wegen des Steuervorteils allein ab, sondern nur, wenn die starren Regeln zu deiner Lebenssituation passen. Prüfe vorher, ob ein flexibler Aufbau über Indexfonds und Immobilien dein Ziel nicht besser erreicht.
Weiterführendes Wissen
- Altersvorsorge ab 30: Warum der frühe, flexible Start der größte Hebel ist.
- Honorarberatung zu Investmentfonds: Wie der flexible Vermögensaufbau über Indexfonds funktioniert.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung. Die steuerliche Behandlung der Rürup-Rente hängt vom Einzelfall ab. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: Oktober 2026.
Marcus Jurowski
Gründer und Geschäftsführer der CAPRI CONSULT GmbH
Marcus ist seit 2008 selbstständig in der Beratung und hat CAPRI CONSULT 2013 mitgegründet. Er begleitet Selbständige, Unternehmer und Angestellte unabhängig beim Aufbau einer tragfähigen Altersvorsorge über Kapitalmarkt und Immobilien.
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